Linux (allgemein)

ID #1208 Grub: Fallback-Strategie

Problem:

Man möchte mal einen neuen Kernel testen bzw. einen selber kompilieren. Mit einem kleinen Eintrag in der /boot/grub/menu.lst und dem entsprechenden default ist der Kernel schnell geladen.
Was macht man aber, wenn wenn der Kernel nicht läuft und das System-Crashed?

Lösung:

Wir nutzen das Fallback-Feature von Grub.
Dazu müssen folgende Einträge in /boot/grub/menu.lst hinzugefügt/geändert werden:

default saved
timeout 1
fallback 1 2

title A
root (hd0,0)
kernel /kernel
savedefault fallback title B
root (hd1,0)
kernel /kernel
savedefault fallback title C
root (hd2,0)
kernel /kernel
savedefault

Erklärung:

Mit default saved weiß Grub, daß er auf ein zwischengespeichertes Ergebnis (/boot/grub/default) zurückgreifen muß.
Der timeout 1 ist nur dafür da, möglichst schnell zu booten. Wir gehen schließlich von einem Server im RZ aus.
Die Einträge fallback 1 2 und savedefault fallback geben die Fallback-Strategie an:
1. boote default 0 merke 1
2. boote default 1 merke 2
3. boote default 3

Dies kann natürlich beliebig variert werden.

grub-set-default 0

Grub weiß nicht, ob ein Reboot erfolgreich war oder nicht. Daher merkt er sich jeweils den nächsten Zustand (fallback) in der Datei /boot/grub/default.
Damit er nach einem erfolgreichen Booten aber auch wieder auf das erste Kernel-Image zugreift, muß der gespeicherte Default-Wert zurück gesetzt werden.
Dazu nutzen wir ein eigenes Start-Script (/etc/init.d/grub-set-default), welches das automatisch nach einem erfolgreichem Booten für uns erledigt:

#!/bin/bash
#
# grub-set-default
#
# Script to reset default to GRUBDEFAULT in scenario where
# /boot/grub/menu.lst has fallback set
#
#

GRUBDEFAULT=0


case "$1" in
start)
cp /boot/grub/default /boot/grub/old.default
echo "setting grub default to " $GRUBDEFAULT
grub-set-default $GRUBDEFAULT
;;
stop)
if [ -e /etc/deadman.d/imok ]; then
echo "resetting deadman state..."
rm /etc/deadman.d/imok
fi
;;
status)
if [ -e /boot/grub/default ]; then
cat /boot/grub/default
fi
;;
*)
# do not advertise unreasonable commands
echo $"Usage: $0 {start|stop|status}"
exit 1
esac

exit $?

Startbar machen, als Startscript initialisieren und sicherheitshalber einmal laufen lassen:

chmod 0755 /etc/init.d/grub-set-default
update-rc.d grub-set-default defaults 90 80
/etc/init.d/grub-set-default start

Oder als Download:

wget http://www.huschi.net/download/grub-set-default.gz
gzip -dc grub-set-default.gz >/etc/init.d/grub-set-default
chmod +x /etc/init.d/grub-set-default

# Runlevel setzen:
#SuSE:
insserv grub-set-default
#Debian:
update-rc.d grub-set-default defaults

Was noch?

Das Einzige, was wir jetzt noch brauchen, wenn mal ein Kernel beim Booten abschmiert:
Eine Möglichkeit, den Reset-Knopf zu drücken!
Bzw. beachtet den ersten Kommentar unten.

 

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vom 2007-01-12 13:31, zuletzt 2008-03-04 11:07     Artikel ausdrucken Artikel weiterempfehlen Als PDF-Datei anzeigen

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Kommentar von Cenobite (2007-09-15 12:05:33):
Folgende Syntax läßt das System bei einer Kernel Panic neu starten:

title A
root (hd0,0)
kernel /kernel panic=15
savedefault fallback

Der Wert hinter panic= gibt die Zeit an, bis das System rebootet.